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2 Oktober 2018IDM

Von Tokio bis zum Markusplatz: Smartes Licht von Ewo erhellt die Welt

Von Grönland bis Las Vegas, von Flughäfen bis zu architektonischen Leuchtturmprojekten: Mit seinen zukunftsweisenden und intelligenten Lösungen für Beleuchtungssysteme im öffentlichen Raum zählt das Südtiroler Unternehmen Ewo zu den internationalen Marktführern

Nachts wird der Markusplatz von einem warmen Licht erhellt, Venedig leuchtet dann noch schöner als tagsüber. Seit Jahrhunderten bildet der Markusplatz das politische, religiöse und gesellschaftliche Zentrum der Stadt, er zählt zu den berühmtesten Orten der Welt. Solch ein historisches und architektonisches Vorzeigeobjekt ins rechte Licht zu rücken, könnte manch einen ins Schwitzen bringen – nicht so Ewo. Dem Südtiroler Unternehmen ist es gelungen, für diesen sensiblen Raum eine einheitliche, natürliche und dezente Beleuchtungslösung zu finden, die sich selbst nicht ins Zentrum der Aufmerksamkeit rückt, sondern der baulichen Vielfalt und Pracht der historischen Gebäude den Vortritt lässt. Zugleich zeigt das Projekt, wie Umgebung durch Licht mit neuen Emotionen bespielt werden kann. Doch Ewo möchte sich nicht alleine auf das Beleuchten beschränken und in Zukunft eine neue Herausforderung verstärkt angehen: Nämlich öffentliche Räume smarter und vernetzter zu machen, indem die Beleuchtung zu einem der leistungsstärksten Datenleser aller Zeiten wird.

(Foto: Oskar Da Riz)

Gegründet wurde Ewo 1996 in Sarnthein, einem Dorf nördlich von Bozen, von Flora Kröss und Ernst Wohlgemuth als Metallmanufaktur, heute findet sich der Hauptsitz in Kurtatsch an der Südtiroler Weinstraße. Das Unternehmen hat sich mittlerweile zu einem der weltweit führenden Hersteller von innovativen Beleuchtungssystemen für öffentliche Räume entwickelt – Ewo-Know-how findet sich von Puerto Rico bis Tokio, von Grönland bis Las Vegas, und natürlich auch in Italien, Österreich, Deutschland und der Schweiz. Ausgestattet wurden beispielsweise Logistikzentren, Plätze, Straßen, Fußgängerzonen, repräsentative Architektur oder Flughäfen; so tragen etwa die futuristischen Airports von Singapur und Doha die Handschrift von Ewo. 

Möglich wird dieser Erfolg dank der modularen LED-Technologie, auf deren Zukunftsfähigkeit Ewo vor allen Mitbewerbern gesetzt hat. Diese Technologie ermöglicht nun die hohe Flexibilität der Produkte, die das Südtiroler Unternehmen auszeichnet, und die hohe Qualität der Projekte, die zu einem Teil in Zusammenarbeit mit weltbekannten und renommierten Architekten und Designern wie dem Briten Nicholas Grimshaw, dem aus Japan stammenden Pritzker-Preisträger Shigeru Ban und dem Londoner Ingenieursbüro Arup umgesetzt werden.

Die vierte Dimension der Architektur

„Licht ist authentisches Gefühl. Seine Berührung macht jeden Raum anders: schenkt Wohlbefinden, schafft Gemeinschaft, belebt Orte. Licht ist die vierte Dimension der Architektur", sagt Hannes Wohlgemuth, Mitglied der Geschäftsleitung und Leiter „Sales & Marketing“ bei Ewo. Für den Sohn der Unternehmensgründer Flora Kröss und Ernst Wohlgemuth war der Eintritt ins Familienunternehmen – nach dem Architekturstudium in Innsbruck und einem einjährigen Aufenthalt im spanischen Sevilla – ein natürlicher Prozess, das Übernehmen von Verantwortung aber auch eine große Herausforderung. „Für Ewo zu arbeiten, bedeutet, in alle Welt zu reisen, Architektur durch Licht mitzugestalten, Urheber von stimmungsvollen Projekten zu werden – und dann nach Hause, nach Südtirol zurückzukehren, wo man nicht nur eine beneidenswerte Lebensqualität, sondern auch ein fruchtbares Terrain zum Innovieren und Experimentieren vorfindet“, erklärt Wohlgemuth. Tatsächlich wird an den beiden Südtiroler Ewo-Standorten in Kurtatsch und in Sarnthein sowohl kreativ gearbeitet und entwickelt als auch „normal“ produziert.

(Foto: Oskar Da Riz)

Herzstück der Beleuchtungsprojekte von Ewo ist das Baukastenprinzip

Herzstück der Beleuchtungsprojekte bzw. der Leuchten von Ewo ist das Baukastenprinzip: ein einfaches System, das es ermöglicht, eine Vielzahl von nachhaltigen, energieeffizienten, personalisierten Lösungen in den unterschiedlichsten Größenordnungen zu realisieren. Dabei geht der „künstlerische Geist“ Hand in Hand mit technologischen Entwicklungen. Das Ergebnis sind Projekte wie die Beleuchtung der Spieljochbahn im Nordtiroler Zillertal, wo Ewo das Potenzial von Licht in der szenografischen Inszenierung von Landschaft aufgezeigt hat. Ebenso ist es auch bei „Plan Lumière“ in Les Menuires in den französischen Alpen, beim MAC-Forum des Munich Airport Center, den People-Mover-Stationen in der Education City von Doha, dem Wembley-Stadion in London, dem Campus Hönggerberg der ETH Zürich,der geschichtsträchtigen Promenade Via Tragara auf Capri oder den Zentren der Südtiroler Orte Bruneck, Eppan und Glurns, deren mittelalterliche Charaktere durch die Ewo-Lichtkonzepte unterstrichen werden. 

Mehr als 70 Flughäfen weltweit zählen zu den Kunden von Ewo

Auch Flughäfen zählen, wie bereits erwähnt, zu Ewo-Kunden – mehr als 70 sind es an der Zahl. Der erste, der sich an das Südtiroler Unternehmen wandte, war jener von Innsbruck. Das größte Ewo-Flughafenprojekt wurde in München realisiert, wo über 1.500 LED-Flächenstrahler auch große Areale beleuchten. Am Flughafen Jeddah in Saudi-Arabien herrschen Temperaturen von mehr als 48 Grad Celsius, im sibirischen Yakutsk fällt die Quecksilbersäule auch mal unter 50 Grad – extreme Bedingungen, unter denen Ewo technologisch fortschrittliche Lösungen mit speziellen Temperatursensoren einsetzt, um ein Höchstmaß an Zuverlässigkeit bieten zu können. „Der Flughafensektor erfordert höchste Präzision und Performance. Wir waren die Ersten, die daran geglaubt haben, dass LED auch in diesem Bereich einsetzbar ist, und die Zeit hat uns Recht gegeben. Die Vorteile unserer Lösung“, so Wohlgemuth, „sind zahlreich. Nehmen wir das Beispiel Innsbruck: Dort konnte mit unserer Lösung bereits im ersten Jahr 70 Prozent des Energieverbrauchs eingespart werden.“

Die Herausforderung des IoT

Ewo bleibt nicht stehen und geht ständig neue Herausforderungen an. Das Unternehmen hat Zukunftstechnologien und -konzepte wie das Internet der Dinge (Internet of Things/IoT), Smart Cities und Smart Lighting im Blick und arbeitet an entsprechenden Produkten. Im Kontext zunehmend vernetzter Städte, in denen Straßen zu Netzwerken werden, die in der Lage sind, immer größere Datenmengen aufzunehmen und zu verteilen, können Beleuchtungssysteme einen Unterschied machen und ihren Beitrag zur Infrastruktur für digitale bzw. digitalisierte Städte leisten. 

Ein Beispiel dafür ist der Autobahnrastplatz Fürholzen an der A9 in Bayern, für den Ewo ein System entwickelt hat, das die Beleuchtung nur dann aktiviert wird, wenn die Parkplätze tatsächlich genutzt werden. Ein Mechanismus, der dem am Münchner Flughafen genutzten, sehr ähnlich ist. Eine weitere Variation von smarter Beleuchtung findet sich am Flughafen im südafrikanischen Johannesburg: Dessen Beleuchtungssystem kann auch vom Ewo-Unternehmenssitz in Kurtatsch aus gesteuert werden. Die 12.000 Kilometer, die Südtirol von Johannesburg trennen, können mit einem Touch überwunden werden. 

„Wir haben unser Herz in Südtirol und von hier aus ‚erleuchten‘ wir die Welt“

 „Um auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereitet zu sein, haben wir das Startup Connexx gegründet, das seinen Sitz im NOI Techpark in Bozen hat. Mit Connexx wollen wir neue Beleuchtungstechnologien für den Bereich Smart City entwickeln“, sagt Wohlgemuth und hebt zugleich das Potenzial des Innovationsökosystems Südtirol hervor: „Wir haben hier die Möglichkeit, mit der Freien Universität Bozen und anderen Forschungseinrichtungen zusammenzuarbeiten, zu studieren, zu innovieren, miteinzubeziehen: Dank unseres Formats ewoLAB stellen uns Designer, Künstler und Architekten durch Wettbewerbe und Installationen ihren persönlichen Zugang zu Licht vor. Das ist eine befruchtende kreative Energie, die es uns dabei hilft, mit unseren Projekten über Grenzen hinweg zu leuchten.“ 

Damit das auch so bleibt, ist Ewo immer auf der Suche nach neuen Talenten aus den Bereichen Maschinenbau, Elektronik und IT. Fachleute, die Initiative und Leidenschaft zeigen, die bereit sind, sowohl in den beiden Unternehmenssitzen in Italien als auch in jenen in München, Innsbruck, Kopenhagen, Melbourne und Berlin zu arbeiten. „Wir sind Schneider des Lichts“, betont Wohlgemuth. „Wir haben unser Herz in Südtirol und von hier aus ‚erleuchten‘ wir die Welt.“

Fact Sheet

Ewo wurde 1996 von Flora Kröss und Ernst Wohlgemuth gegründet und entwickelte sich aus dem Betrieb einer Metallmanufaktur in Sarnthein, einem Dorf nördlich der Südtiroler Landeshauptstadt Bozen. Heute beschäftigt das auf die Entwicklung hochwertiger, technologisch anspruchsvoller Lichtlösungen spezialisierte Unternehmen, das Mitte der Nullerjahre seinen Hauptsitz nach Kurtasch im Südtiroler Unterland verlegt hat, mehr als 100 Mitarbeiter. Neben den beiden Niederlassungen in Südtirol gibt es weitere in Österreich, Deutschland, Dänemark und Australien.

Mittelpunkt der Projekte von Ewo bildet eine modulare LED-Lichteinheit. Diese ist der Ausgangspunkt für präzise und nachhaltige Beleuchtungsszenarien in beliebiger Größenordnung rund um den Globus. Die Beleuchtungseinheit besteht aus einem Block von drei Linsen, einem hocheffizienten LED-Modul, einer Dichtung für den IP-Schutz und einem Kühlkörper-Montageprofil, das eine flexible Anpassung innerhalb der Lampe ermöglicht. Jedes Element kann individuell gestaltet werden: von der Lichtverteilung über die Programmierung der Stromversorgungen bis hin zur Programmierung der Farbe. Das modulare Prinzip ermöglicht auch eine stufenweise Einstellung, damit nur die tatsächlich benötigte Lichtmenge erzeugt wird.

Um den Wissensaustausch zwischen Experten und Disziplinen zu fördern, hat Ewo mit den ewoTALKS ein Format entwickelt, in dem Persönlichkeiten aus der lokalen und internationalen Szene über Kunst, Design, Wirtschaft und Technik diskutieren. Auch die Zusammenarbeit mit der Freien Universität Bozen (unibz) ist intensiv, hervorzuheben ist beispielsweise das im Sommer 2018 realisierte Projekt „Magic“. Diese Partnerschaft ist eine Initiative im Rahmen der Reihe ewoLAB, die sich durch Projekte mit Künstlern, Designern und Architekten auf unterschiedlichen Ebenen mit der Ressource Licht auseinandersetzt.

Ewo ist durch die Schweizer Zertifizierungsstelle Bureau Veritas nach ISO 9001 und ISO 14000 zertifiziert.