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29 Juni 2018IDM

Saubere Energie direkt aus den Bergen

Nachhaltigkeit und Innovation: das sind die Leitprinzipien des Südtiroler Energiedienstleisters Alperia. Besonderes Augenmerk legt das Unternehmen dabei unter anderem auch auf die E-Mobilität. Bis 2021 will es die Region mit 5.000 Ladestationen ausstatten

Die Energie kommt aus dem Wasser. Von den Gebirgsbächen wird sie weitergeleitet zu Straßen, Wohnungen und Büros und ist damit Teil eines positiven Kreislaufs, der auf Nachhaltigkeit und Innovation basiert. Diese Prinzipien legt Alperia, einer der wichtigsten Energieprovider Südtirols, all seinem Wirken und zukünftigen Vorhaben zugrunde. Eines der grundlegendsten Ziele des Unternehmens besteht darin, einen Beitrag zur E-Mobility in Südtirol zu leisten, indem bis 2021 an die 5.000 Ladestationen errichtet werden. Bereits heute gibt es 150 davon, die alle mit 100% grüner Energie aus Südtiroler Wasserkraftwerken gespeist werden. „Wir haben das Glück, in einer ganz besonderen Region tätig zu sein“, gibt Wolfram Sparber, Vorstandsvorsitzenderder Gesellschaft, zu. „Sie ist reich an natürlichen Ressourcen, die wir nutzen und in Form von umweltfreundlicher Energie und integrierten Dienstleistungen an die Bevölkerung weitergeben, im Zeichen einer grünen, sicheren und intelligenten Zukunft“.

Erträge in Höhe von 1,1 Milliarden Euro, davon mehr als 180 Millionen direkter Mehrwert für Südtirol

Das Unternehmen Alperia, das im Jahr 2017 Erträge in Höhe von 1,1 Milliarden Euro erwirtschaftete (davon mehr als 180 Millionen direkter Mehrwert für Südtirol), wurde erst kürzlich gegründet, blickt jedoch auf eine hundertjährige Tradition zurück. Es entstand Anfang 2016 aus der Fusion der beiden wichtigsten örtlichen Energieunternehmen: AEW, das bereits vor über 100 Jahren die ersten Wasserkraftwerke errichtete, um die Region mit Strom zu versorgen, und SEL, das in den vergangenen 10 Jahren Betreiber der großen Südtiroler Wasserkraftwerke und des Stromnetzes war. Alperia versorgt heute mehr als 278.000 Verbraucher mit Strom und Gas und betreibt 41 Wasserkraftanlagen, ein 8.778 Kilometer langes Stromnetz, 6 Fernwärmeanlagen und 6 Photovoltaikanlagen in Südtirol sowie drei Photovoltaikparks und eine Biomasseanlage außerhalb der Provinz und 51 öffentliche Ladestation für Elektroautos, die zu 100% mit grüner Energie aus Südtiroler Wasserkraftanlagen versorgt werden. Das Unternehmen will in Zukunft besonders stark auf den Bereich der E-Mobility setzen: „Wir sind gerade dabei, das Gebiet mit einer engmaschigen Infrastruktur auszustatten, damit jeder die Möglichkeit hat, sich komplett ökologisch fortzubewegen. Daher gibt es in Südtirol aktuell bereits mindestens 150 öffentliche und private Ladesäulen unterschiedlicher Art und Geschwindigkeit, sowohl für den häuslichen Gebrauch als auch an den Straßen. Bis 2021 wollen wir 5.000 Ladestationen installieren und 50% des Fuhrparks in Elektrofahrzeuge umwandeln“ kommentiert Sparber und erinnert gleichzeitig an die letzte New Entry, den Hypercharger, eine vom Südtiroler Unternehmen alpitronic hergestellte Ladesäule der jüngsten Generation, die vom Europäischen Forschungsinstitut Eurac getestet wurde. Sie ist nicht nur kleiner als die aktuell angebotenen Modelle, sondern bietet auch eine weitaus höhere Leistung und Geschwindigkeit. Während die derzeitigen Stationen ca. eineinhalb Stunden benötigen, um ein Auto aufzuladen, braucht der Hypercharger nicht mehr als 30 Minuten. Um den Durchbruch der e-Mobility zu fördern, wurden außerdem maßgeschneiderte Angebote für Geschäfts- und Retailkunden ausgearbeitet, wobei auch Privatleute die Möglichkeit des Leasings von E-Autos haben.

Bedeutender Kostenvorteil für Familien und Unternehmen dank grünem Strom

Das ist jedoch noch nicht alles: Alperia verfolgt das Ziel, ausschließlich grüne Energie zu produzieren, wobei bereits jetzt 90% der erzeugten Energie aus Wasserkraftwerken stammen, nicht zuletzt aufgrund der alpinen Lage der Region Südtirol. Die 41 Kraftwerke von Alperia erzeugen im Jahr durchschnittlich 4.500 GWh grüne Energie, „die nicht nur den zukünftigen Weg zu einer komplett nachhaltigen Energieproduktion der Provinz bahnen“, so Sparber, „sondern auch bedeutende Kostenvorteile für Familien und Unternehmen in Bezug auf Ersparnisse und erhöhter Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit garantieren“. Um die Umweltauswirkungen der Produktion auf ein Minimum zu reduzieren, hat das Unternehmen in den Gemeinden der Wasserkraftstandorte Maßnahmen zur Verbesserung und Wahrung der Landschaft in Höhe von ca. 400 Millionen realisiert. 41 Gemeinden haben bereits Umweltfinanzierungen erhalten und konnten damit die Abwasserreinigungsanlagen verbessern, Landschaftsverschönerungen vornehmen, Energiesparmaßnahmen umsetzen und Umweltverschmutzung reduzieren. 

Die übrigen 10% der vom Unternehmen erzeugten Energie stammt hingegen aus anderen erneuerbaren Energiequellen, z.B. der Sonne. Alperia betreibt zum einen sechs kleine Anlagen in Südtirol und hält zum anderen Beteiligungen an Photovoltaikparks in Rimini, Macerata und Ottana (Provinz Nuoro). Insgesamt konnten 2017 ca. 24 GWh erneuerbare Energie erzeugt werden, was einem durchschnittlichen Jahresenergieverbrauch von über 7.500 Familien entspricht. Ein weiterer Sektor ist die Fernwärme, ein umweltfreundliches System zur Versorgung von Wohnungen mit Heizwärme und Warmwasser, bei dem die Emission tausender Tonnen von CO2 vermieden werden kann. Alperia betreibt sechs Anlagen, von denen sich eine in Bozen befindet, die vor allem die Wärme aus der städtischen Müllverbrennungsanlage nutzt. Damit wurden 2017 insgesamt 66 GWh aus Kraft-Wärme-Kopplung und 278 GWh aus Biomasse erzeugt. 

100 Millionen Euro für die Entwicklung der „Smart Region Südtirol“

Innovation hat aber auch viel mit Vernetzung zu tun. Daher hat sich das Unternehmen vorgenommen, alle Unternehmen und Wohnungen der Südtiroler Gemeinden unabhängig von ihrer geographischen Lage mit Breitbandanschlüssen zu versorgen. „In den ersten beiden Tätigkeitsjahren haben wir Investitionen in Höhe von 132 Millionen Euro getätigt, von denen ein Großteil für die Energieverteilung genutzt wurde. Ca. 80 Millionen flossen in Fernwärme, und derzeit sind wir dabei, 100 Millionen Euro in die Entwicklung der Smart Region Südtirol zu investieren, um Dienstleistungen bereitzustellen, die bisher nicht verfügbar waren und die Lebensqualität weiter zu erhöhen“, erläutert Sparber. Im Zusammenhang mit der Smart Region sollen Dienstleistungen mit hohem Mehrwert bereitgestellt werden, wie Videoüberwachung, WiFi-Hotspots, Smart Mobility, Energieeffizienz, Sensoren für die Messung der Luftqualität, Kontrollen der Lärmemissionen sowie Überwachung von Ampeln und Parkplätzen. 

Teilnahme am EU-Projekt Sinfonia

All dies wäre nicht ohne eine umfassende Forschungsarbeit möglich, in die das Unternehmen eine Million Euro investiert hat (Daten 2017). Unter anderem nahm es an dem von der Europäischen Kommission mitfinanzierten ProjektSINFONIA teil, um Bozen zu einer „Smart City“ mit hoher Lebensqualität zu machen. Dank sanierter Gebäude, neuer Technologien für die Fernwärmeanlage und intelligenter Stromnetz-Lösungen wird dieses Ziel mehr und mehr zur Wirklichkeit. In der Tat diente Bozen bereits als Modell für fünf weitere europäische Städte wie Borås in Schweden, Sevilla in Spanien, La Rochelle in Frankreich, Paphos in Zypern und Rosenheim in Deutschland. 

„Alles, was wir im Bereich der Energieerzeugung leisten, verdanken wir der Region, in der wir tätig sind. Daher möchten wir ihr auch so viel wie möglich zurückgeben“, bestätigt Sparber und erinnert an den hohen Mehrwert der Human Resources. „Heute hat das Unternehmen fast 1.000 Mitarbeiter, wobei wir stets auf der Suche nach neuen Talenten sind. Im Allgemeinen haben jedoch alle Bewohner Südtirols eine angeborene Sensibilität für die Umwelt und unterstützen uns dabei, die Provinz in eine ökologische Zukunft zu führen. Sie sind zusammen mit der Natur unsere wichtigste Energiequelle“. 

Fact Sheet

Alperia in Zahlen

Erträge 2017: 1,1 Milliarden Euro 

Energieproduktion (netto): 3,9 TWh

Personalbestand: 940 Beschäftigte, 98% mit unbefristeter Anstellung

Mehrwert für Südtirol: 181 Millionen Euro

Verträge mit örtlichen Dienstleistern: 59%

Energieproduktion (netto) aus erneuerbaren Quellen: 3.907 GWh


Investitionen in Forschung & Entwicklung 2017: über 1 Million Euro

Gesamtlänge Stromverteilungsleitungen: 8.778 km 

Unterirdische Leitungen: 67%

Öffentliche Ladesäulen in Südtirol: 51

Neue Ladestationen: 105

Stromabgabe über Alperia Ladesäulen: 116.000 kWh

Strecke, die die mit grüner Energie von Alperia geladenen E-Autos zurückgelegt haben: 696.000 km (entspricht 17 Erdumrundungen)

Durch die Aufladung vermiedene Emissionen: 120 t CO2