Infrastruktur

19 Dezember 2017IDM

Aufstiegsanlagen: Weiter steil nach oben

Wenn es ein technologisches Aushängeschild Südtirols gibt, sind es die Aufstiegsanlagen. 2000 Mitarbeiter beschäftigt der Sektor, 300 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet er jährlich. Dabei ist Südtirol nicht nur Weltspitze, sondern auch daheim fleißig: allein in diesem Jahr wurden acht Anlagen neu errichtet.

Als Land im Gebirge, als Land des Winter- und Bergsports war Südtirol nicht nur Pionier im Bereich moderner Aufstiegsanlagen. Vielmehr hat man im Laufe der Zeit so viel Know-how gesammelt, dass nur wenige Unternehmen weltweit den Südtiroler Anlagenbauern das Wasser reichen können. Dies auch, weil man im Land selbst auf zuverlässige, leistungsfähige Aufstiegsanlagen angewiesen ist, egal, ob diese nun Ski- und Wandergebiete erschließen oder als öffentliches Verkehrsmittel dienen.

Mittlerweile gibt es in Südtirol nicht weniger als 400 Aufstiegsanlagen, die mehr als eine halbe Million Menschen befördern können – stündlich. Das heißt wiederum: theoretisch könnte jeder Südtiroler mit einer Seilbahn, einer Umlaufbahn oder einem Sessellift von A nach B transportiert werden. In gerade einmal 60 Minuten. Solche Zahlen erreicht man nicht, indem man auf der faulen Haut liegt. Vielmehr stecken hinter ihnen eine stetige und ständige Innovation, um die Anlagen noch komfortabler, schneller, sicherer und effizienter zu machen.

Acht neue Anlagen

Wie rasant die Entwicklung im Seilbahnsektor voranschreitet, kann man in Südtirol selbst sehen, das wie ein großes Schaufenster der Entwicklung ist. Allein 2017 wurden acht neue Anlagen errichtet, meist solche, die ältere, bereits bestehende ersetzen. Aus der Reihe tanzt dabei vor allem die neue Seilbahn, die von Burgstall nach Vöran führt und damit eine öffentliche Verbindung darstellt, die das ganze Jahr über gleichermaßen genutzt wird. Die neue Bahn wurde von Doppelmayr Italia errichtet und kann nun stündlich 360 Menschen vom Tal auf den Tschöggelberg transportieren. Bisher waren es 100. Mehr noch: die Fahrtzeit der neuen Bahn ist nur mehr halb so lang wie früher. Mehr Menschen in weniger Zeit: das ist eine Kampfansage an Wartezeiten und Warteschlangen.

Klassisches Aufstiegsanlagen-Terrain sind indes die Wintersportgebiete, in deren Anlagen Jahr für Jahr investiert wird. So wurde in Gröden der bisherige Vierersessellift Plan de Gralba – Piz Seteur durch eine Zehnerkabinen-Umlaufbahn von Leitner Ropeways ersetzt, im Gadertal der Vierersessellift Biok durch einen modernen Leitner-Sessellift mit sechs Plätzen. Den größten Qualitätssprung macht man wohl im Schnalstal. Dort erschloss bis dato ein alter Doppelsessellift die Lazaun-Pisten von Kurzras aus. Dieser wurde abgebaut und durch eine Kabinenumlaufbahn mit zehn Plätzen von Doppelmayr Italia ersetzt.

Neue Aufstiegsanlagen (und zum Teil auch neu gestaltete Pisten) gibt’s schließlich auf dem Kronplatz (einen Sechser-Sessellift von Leitner), in Toblach („Trenker“, Leitner) und im Kastelruther Ortsteil Überwasser („Furdenan“, Doppelmayr), während in Deutschnofen ein neuer Dorflift von Leitner seinen Betrieb aufgenommen hat.

Zwei an der Spitze

Schon diese Aufzählung macht klar: Mit Leitner und Doppelmayr stehen zwei Unternehmen an der Spitze der Aufstiegsanlagen-Entwicklung im Land. Leitners Prestigeprojekt etwa ist die neue Piz-Seteur-Bahn, in die nicht weniger als 18 Millionen Euro investiert wurde und deren Design von Pininfarina stammt. Doppelmayr versorgt dagegen das Skigebiet im Olympiaort Pyeongchang in Südkorea mit 22 Anlagen.

Wie wichtige der Aufstiegsanlagen-Sektor in Südtirol ist, zeigt auch die Förderpolitik des Landes. An deren Spitze stehen selbstverständlich Anlagen, die ins öffentliche Verkehrsnetz eingebunden sind (wie etwa die genannte Seilbahn Burgstall-Vöran) und damit einen wichtigen Beitrag zu einem nachhaltigen Personennahverkehr leisten. Für solche Anlagen übernimmt das Land bis zu 90 Prozent der Investitionskosten. Für Anlagen in Wintersport- und Wandergebieten dagegen sind die Beitragssätze je nach Größe gestaffelt. Bis zu 80 Prozent der Kosten können etwa zum Bau oder zur Erneuerung von Dorfliften zugeschossen werden, kleinen Anlagen also, die vor allem Kindern und Jugendlichen vor Ort einen Zugang zum Wintersport sichern. Für Anlagen in kleineren Skigebieten mit einer Förderleistung von bis zu 5500 Personen in der Stunde – auf dem Ritten etwa, in Reinswald oder Meran 2000 – übernimmt das Land bis zu 45 Prozent der Kosten, für Anlagen in den mittelgroßen Gebieten mit Förderleistungen bis zu 50.000 Personen (Obereggen, Seiser Alm) bis zu 15 Prozent.

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