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22 Mai 2018IDM

Innovation und Authentizität im Food-Sektor: neuer Master an der Uni Bozen

Ein Gemeinschaftsprojekt mit den Hochschulen Cork, Parma, München und Udine. Partner des Programms sind auch Top-Unternehmen wie Barilla, Loacker und Dr. Schär

Tradition im Food-Sektor mit technologischem Fortschritt verbinden. Darum geht beim neuen Master in Lebensmittelwissenschaften für Innovation und Authentizität der Freien Universität Bozen. Eine Spezialausbildung, die sich insbesondere durch die enge Zusammenarbeit mit den führenden Marken der Branche auszeichnet. Die angehenden Fachkräfte des Sektors haben nämlich die Möglichkeit, ihre Abschlussarbeit direkt im Unternehmen zu schreiben. Und nicht in irgendwelchen, sondern bei den Top-Playern der italienischen Lebensmittelindustrie wie beispielsweise Barilla, Parmigiano Reggiano, Grana Padano, Gorgonzola und Loacker. Ein Studiengang, der nicht nur praktisch und international ausgerichtet ist — Partner des dreisprachigen Studiengangs sind die Universität Parma, die Universität Cork und die TU München — sondern auch die wichtigsten Akteure des lokalen Food-Sektors, den Unternehmerverband und den Südtiroler Bauernbund, als Partner an Bord geholt hat. Starten wird das neue Masterprogramm im Wintersemester 2018.

Gemessen am Umsatz ist der Nahrungsmittelsektor der Zweitgrößte in Italien, nach dem Maschinenbau. Und ganz ähnlich sieht es in Südtirol aus, der nördlichsten Provinz des Stiefelstaats. Mit einem Exportvolumen von mehr als 1,5 Milliarden Euro macht der Agrar- und Ernährungssektor fast ein Drittel der gesamten Südtiroler Exporte aus. Die Ausbildung von Fachkräften, welche die Wettbewerbsfähigkeit der lokalen Unternehmen auch auf internationaler Ebene gewährleisten können, ist daher prioritär. Der neue Master soll hierzu einen entscheidenden Beitrag leisten, wobei die Authentizität der Produkte im Mittelpunkt steht. „Jede Region und jeder Ort hat ein eigenes kulturelles Erbe an Lebensmitteln, das meist einzigartig auf der Welt ist. Wir betrachten es als einen kulturellen, ernährungsphysiologischen und wirtschaftlichen Wert, der geschätzt und erhalten werden muss. Authentizität zu unterstreichen bedeutet, die Einzigartigkeit eines Produktes zu verteidigen", erklärt Prof. Marco Gobbetti, international anerkannter Professor im Bereich der Lebensmittelmikrobiologe und akademischer Leiter des neuen Masters.

Abschlussarbeit bei Barilla, Forst, Loacker und Co

Der neue Studiengang zielt darauf ab, hoch qualifizierte Fachkräfte für den Lebensmittelsektor auszubilden, die im ingenieurwissenschaftlichen, mikrobiologischen, chemischen Bereich oder im Bereich der Nachhaltigkeit in der Lebensmittelproduktion arbeiten können. Nach dem ersten Jahr haben die Studierenden die Möglichkeit, zwischen fünf Spezialisierungsprofilen auszuwählen: angewandte und Gentechnik; Lebensmittelqualität und -management; Lebensmittelwissenschaften; Lebensmittelchemie; Lebensmittelverpackungen. Die letzten beiden Spezialisierungen werden in Zusammenarbeit mit dem University College Cork, Irland, und der Technischen Universität München angeboten. Die Studierenden haben zudem die Möglichkeit, bis zu zwei Semester an einer dieser europäischen Hochschulen zu verbringen. Partner auf nationaler Ebene werden die Universitäten Parma und Udine sein, die bereits eng mit führenden Unternehmen der Lebensmittelbranche zusammenarbeiten und diese Kooperation in das Netzwerk einbringen. Dank der Partnerschaft mit dem Südtiroler Unternehmerverband Sektion Lebensmittel und dem Südtiroler Bauernbund sowie der Zusammenarbeit mit einigen der Top-Marken der Branche haben die Studierenden darüber hinaus die Möglichkeit, ihre Abschlussarbeit direkt im Unternehmen zu schreiben. Partner des neuen Masterprogramms, neben Bauernbund und Unternehmerverband, sind Assolatte, Barilla, Konsortium für den Schutz des Gorgonzola-Käses, Konsortium Grana Padano, Konsortium Parmigiano Reggiano, Konsortium Prosciutto di San Daniele, Konsortium Montasio, Südtiroler Speck Konsortium, Despar, Dr. Schär, Forst, Loacker, Mila, Pan, Unione Parmense degli Industriali (Industriellenvereinigung Parma), VOG Products und Zuegg.

Strategische Kooperation zwischen Universität und Unternehmen

Bei dem neuen Master in Lebensmittelwissenschaften für Innovation und Authentizität handle es sich um einen wertvollen Baustein für das maßgeschneiderte Ausbildungsangebot der Freien Universität Bozen, so der Rektor der Hochschule, Prof. Paolo Lugli. „Ausgehend von der hohen Spezialisierung Südtirols im Lebensmittelsektor haben wir ein Angebot erstellt, das von Beginn an renommierte internationale Partner wie die TU München und die Universität Cork an Bord holt. Heutzutage ist es wichtig, Fachleute auszubilden, die sich den globalen Herausforderungen stellen und diesen gewachsen sind.” Dieser Meinung ist auch Thomas Brandstätter, Präsident der Sektion Lebensmittel im Südtiroler Unternehmerverband: „Unsere Betriebe sind in den verschiedensten Bereichen Spitzenreiter: in der Obstverarbeitung, aber auch in der Fleisch- oder Getränkeindustrie sowie in der Herstellung von Mehl- und Milchprodukten. Gerade für einen Sektor, der so stark auf seine internationale Konkurrenzfähigkeit ausgerichtet ist, sind Forschung und Entwicklung ausschlaggebend. Mit der Freien Universität Bozen haben wir einen idealen Partner gefunden, der immer stärker die Zusammenarbeit mit den Unternehmen sucht.“ Auch der Südtiroler Bauernbund setzt sich seit Jahren für die Etablierung der Lebensmittelwissenschaften als Forschungsschwerpunkt in Südtirol ein, weswegen auch Vizedirektor Ulrich Höllrigl die Einrichtung des Masterstudiengangs begrüßt. „Aufbauend auf Herkunft und Qualität kann die Südtiroler Landwirtschaft ein hohes Maß an Authentizität bieten. Für die Entwicklung der Produkte benötigen wir hoch qualifizierte Spezialisten, die zukünftigen Absolventen dieses Masterstudiengangs.“