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14 September 2018IDM

Auf Entdeckungstour am Tech-Standort Südtirol

Inspiration und Denkanstöße für 13 Unternehmer aus Deutschland und Österreich. Am 6. und 7. September waren diese zu Gast in der kleinen Alpenregion, um sich direkt vor Ort einen Eindruck der geballten Südtiroler Innovationskraft zu machen. Allen voran in Sachen Digitalisierung

Südtirol gleich attraktive Business Location, Innovationsstandort und Vorreiter in Sachen Digitalisierung? Wohl nur wenige denken bei der malerischen Alpenregion mit seiner unberührten Natur an mehr als eine beliebte Urlaubsdestination. Und doch, was viele nicht wissen, hier in Italiens nördlichster Provinz, strategisch gelegen auf der Grenze zwischen Nord-und Südeuropa, sitzen marktführende und international aufgestellte Unternehmen und wird Forschung auf Spitzenniveau betrieben. Hinzu kommen ein unternehmerfreundliches und mehrsprachiges Umfeld, die niedrigsten Steuern im Stiefelstaat und gezielte Wirtschaftsförderung. Faktoren, die Südtirol ohne Zweifel zum idealen Standort machen, um von hier aus den italienischen Markt zu erobern. 

Und genau davon konnte sich Anfang September auch eine Gruppe von Unternehmern aus Österreich und Deutschland überzeugen, und zwar direkt vor Ort bei der von IDM Südtirol und dem auf Investment-Themen spezialisierten Münchner Medienhaus GoingPublicMedia organisierten zweitägigen Unternehmerreise nach Südtirol. Nicht nur der Austausch mit Top-Unternehmen und den wichtigsten Innovations-Playern der Region standen hier auf dem Programm, auch für das kulinarische und sportliche Rahmenprogramm wurde gesorgt. Ziel der Initiative: Innovationsorientierten Unternehmen aus dem deutschsprachigen Raum sowie Venture Capitalisten und Business Angels die Möglichkeit zu geben, sich in lockerer Atmosphäre über die Standortvorteile, Forschung & Entwicklungsmöglichkeiten Südtirols zu informieren und strategische Kontakte mit potentiellen Partnern zu knüpfen.

Bodenständigkeit und Innovation, Hightech und Nachhaltigkeit: Die Mischung macht’s

„Ich mache schon seit Jahren Urlaub in der Region, aber in diesen zwei Tagen habe ich Südtirol mal von einer ganz anderen Warte aus kennenlernen können. Es ist toll zu sehen, dass hier Firmen sitzen, die so stark expandieren und die den Weltmarkt mit so hochwertigen Produkten beliefern. Auch, dass es sich hier bei der Mehrzahl um Familienunternehmen handelt, finde ich extrem spannend. Diese Mischung aus Qualität, Bodenständigkeit, High-Tech und Nachhaltigkeit, die sticht schon hervor“, so der in der Textilbranche tätige Michael Kamm. Der ehemalige Geschäftsführer von CBR Fashion — das die Marken Street One und Cecil vertreibende europaweit tätige Modehaus mit Sitz in Niedersachsen – war einer der 13, mehrheitlich bayrischen Unternehmer, die sich einen Einblick in die Südtiroler Innovationszene verschaffen wollten. Und das nicht ohne Resultate. Wie Kamm zugab, gäbe es nun sogar schon die ersten Pläne, sich von den Südtiroler Experten technologische Unterstützung zu holen und in der Region einen Entwicklungsstandort für Big Data Management und IT für den Bereich Onlinemarketing und -verkauf zu eröffnen. Und zwar im NOI Techpark, Südtirols Wissenschafts-und Technologiepark, der vor einem Jahr seine Tore öffnete und bereits heute Dutzende Unternehmen, Startups und Forschungseinrichtungen beherbergt.

Besuch bei TechnoAlpin, Dr. Schär und Develey Italia

Und genau hier nahm die Entdeckungstour im Wirtschaftsstandort Südtirol auch ihren Anfang:  In dem sich auf rund 120.000 Quadratmetern erstreckenden Innovationszentrum im Süden der Landeshauptstadt Bozen hatten die Unternehmer die Möglichkeit, mit vielversprechenden IT und Digital Startups aus dem IDM Gründerzentrum und den Forschern der Fakultät für Informatik der Freien Universität Bozen ins Gespräch zu kommen. Letztere präsentierten den Gästen aus dem Norden ihre „Smart Data Factory“, ein Labor für Technologietransfer— von der Wissenschaft in die Industrie — im Bereich des intelligenten Datenmanagements. Und das nicht ohne Grund: im Mittelpunkt der Unternehmerreise stand nämlich das Thema Digitalisierung.

Und dass diese in Südtirol nicht nur in der Theorie stattfindet, sondern konkret in den heimischen Unternehmen umgesetzt wird, wurde dann unter anderem auch beim Besuch bei internationalen Playern wie Dr. Schär und TechnoAlpin deutlich. Während der europäische Marktführer für Glutenfree-Produkte aus Burgstall unter anderem eindrücklich zeigte, wie Unternehmen mit der sozialen Verantwortung umgehen können, wenn immer mehr Arbeitsschritte in der Produktion von Robotern übernommen werden, bewies der Experte für Beschneiungsanlagen aus Bozen, welche Vorteile die Digitalisierung für seine Kunden hinsichtlich Sicherheit, Leistung und Haltbarkeit seiner Produkte mit sich bringt. 

„Ich wollte einfach mal schauen, was in Südtirol im Bereich der Digitalisierung so los ist und bin sehr überrascht, wie weit die Unternehmen hier schon sind. Deutschland kann sich diesbezüglich sicherlich eine Scheibe abschneiden“ zeigte sich der auf IT und Telekommunikation spezialisierte Unternehmer Mathias Hoffmann — CEO der Firma FScon —beeindruckt. 

Sprungbrett zum italienischen Markt

„Südtirol ist mehr als nur ein tolles Urlaubsziel. Die Provinz hat auch als Wirtschaftsstandort einiges zu bieten. Und genau das wollten wir den Unternehmern und Investoren aus Deutschland und Österreich mit dieser Initiative zeigen. Und angesichts des großen Erfolgs fand diese sicherlich nicht zum letzten Mal statt“, erklärte Hubert Hofer, Head of Development, die Abteilung von IDM, die sich um die Entwicklung des Wirtschaftsstandorts kümmert. „In den Schlüsselbranchen Alpine Technologies, Food Technologies, Green Technologies und Automation erbringt Südtirol Spitzenleistungen und stellt seine enorme Innovationskraft unter Beweis — so weiter Hofer —.  Außerdem ist die Region das ideale Sprungbrett zum italienischen Markt.“

Und dabei spielt vor allem auch die Sprache eine Rolle, da waren sich viele der Gast-Unternehmer einig. „Ein extrem wichtiger Faktor, der die Region schließlich zur perfekten Verbindungsachse zwischen Deutschland und Norditalien macht“, so die Meinung des Textilbranchen -und Unternehmensprofi Kamm. Ähnlich sah es der Österreicher und Industrie 4.0-Entrepreneur Dietmar Amann, Geschäftsführer der Identec Group AG mit Sitz in Liechtenstein: „Die kulturelle Nähe, keine Sprachbarrieren. All das macht Südtirol in Italien zum idealen Einstiegsmarkt.“

Ausklang beim Golfen mit Alpenpanorama

Nach eventreichem und intensivem Tagesprogramm — Neben NOI Techpark, Dr. Schär und TechnoAlpin wurde auch der italienischen Niederlassung des bayerischen Senfherstellers Develey ein Besuch abgestattet — konnten die Gast-Unternehmer abends noch bei einer Weindegustation in der Kellerei Franz Haas entspannen und beim angeregten Gespräch mit den Standort-Experten von IDM den Tag ausklingen lassen. Zum Abschluss der Reise, stand dann noch eine Partie Golf, zwischen Apfelhainen und Bergpanoramen, im „Blue Monster“ Golf Resort in Eppan bei Bozen, an: Auch dieser Programmpunkt sorgte für die ein oder andere positive Überraschung: „Bei Südtirol denkt man immer nur ans Wandern und Skifahren — so ein im Bereich Sportevents tätiger Teilnehmer lächelnd — dabei gibt es hier tolle Resorts und Angebote, auch im Golf-Bereich. Eine interessante neue Perspektive auch in meinem Sektor. Wer weiß, was sich daraus noch ergibt.“ Die entscheidenden Denkanstöße wurden jedenfalls schon mal geliefert.