Talente

10 April 2018IDM

Mojca Ogris-Schimberg: Weltbürgerin mit Wahlheimat Südtirol

Seit 2015 nennt Mojca Südtirol ihr Zuhause. Ganz bewusst hat sie sich dafür entschieden hier zu leben, am Fuße eines wuchtigen Bergmassivs und ganz nahe an ihren Lieblingsorten.

Irgendwie könnte man Mojca Ogris-Schimberg als Model bezeichnen: blonde Wallemähne, Zahnpastalächeln und strahlende Rehaugen, tiefbraun und geheimnisvoll.

Doch wer jetzt denkt, die quirlige Slowenin wirbt für Designermode, Parfum oder Handtaschen, fehlt weit: Mojca hat ihre Leidenschaft – den Wintersport – zum Beruf gemacht. Als Sales Manager im Südtiroler Unternehmen Demaclenko ist sie quasi Schnee-Fee und Botschafterin für das kühle Weiß.

Seit 2015 nennt Mojca Südtirol ihr Zuhause. Wir haben Mojca auf der Seiser Alm getroffen, haben mit ihr einen Nachmittag im Schnee verbracht und viel über ihr Leben und Arbeiten in Südtirol erfahren.

Auf unsere Frage, warum sie gerade Seis am Schlern zu ihrem Zuhause gemacht hat, weiß Mojca eine schnelle Antwort: „Weil es ein kleines Dorf an einem außergewöhnlichen Platz ist. Hier scheint die Sonne viele Stunden am Tag. Ich könnte niemals an einem tristen Ort wohnen, das entspricht einfach nicht meinem Wesen.“

Früher war Mojca Athletin und heute noch ist sie Sportlerin durch und durch: Ihr Tag beginnt mit einer Joggingrunde, gefolgt von 45 Minuten Power Yoga. Zweimal in der Woche macht sie Zirkeltraining. Wann immer sich die Möglichkeit bietet, ob tagsüber oder abends, zieht sie los zu einer Skitour oder zum Schneeschuhwandern.

Was nach purem Vergnügen klingt, ist das A und O für Mojcas Beruf: Seit drei Jahren arbeitet sie für Demaclenko, ein Südtiroler Unternehmen, das zusammen mit anderen großen Marken wie Leitner Ropeways (Skilifte), Prinoth (Pistenraupen und Kettenfahrzeuge), Poma (Seilbahnen für den Personentransport), Agudio (Seilbahnen für den Materialtransport), Leitwind (Windparks) und Minimetro (seilgezogene Fahrzeuge) zur High Technology Industries (HTI) Gruppe gehört.

Demaclenko entwirft, entwickelt, fertigt und verkauft schlüsselfertige Beschneiungsanlagen, die genau an die Bedürfnisse der Kunden und die geografischen Gegebenheiten angepasst werden können. Das Angebot der Firma umfasst auch einen Kundendienst für die Systemwartung und die Unterstützung in Notfällen.

Mojca verantwortet den Verkauf der Anlagen in den Schwellenländern. Zu ihrem Job gehört es, nah am Kunden zu sein: Sie arbeitet auf den Pisten und beim Skifahren mit ihren Kunden kann sie perfekte Schnee-Erlebnisse vermitteln. Dass ihr Beruf auch Fingerspitzengefühl erfordert, zeigt eines ihrer jüngsten Projekte in Russland: Sie betreut den Aufbau eines Skigebietes in Veduchi, einem politisch brisanten Gebiet. Dank ihres Gespürs und ihrer Sprachkenntnisse schafft sie den Drahtseilakt mit allen Akteuren - und das ist wichtig für das Unternehmen, denn Russland investiert derzeit vermehrt in den Auf- und Ausbau von Skigebieten.

Beruf und Freizeit lassen sich in Mojcas Leben nicht wirklich voneinander trennen. Die Natur zieht sie an: „Die meisten Leute finden ein ausgedehntes Frühstück entspannend oder schmökern gern stundenlang in einem Buch. Das ist nichts für mich – ich entspanne mich beim Sport.“

Dabei wird sie von einem treuen Weggefährten begleitet, ihrem kleinen Mischlingshund Lucky. Die beiden verbindet eine Mojca-typische Schnee-Geschichte: „2014 war ich für die XXII Olympischen Winterspiele in Sotchi. Ich habe die Pisten für die alpinen Skiwettkämpfe betreut. Einmal, während ich auf einem Schneemobil unterwegs war, bemerkte ich, dass ich von einem Rudel streunender Hunde verfolgt wurde. Es waren ungefähr an die 20 Stück, denke ich. Als ich beschleunigte, liefen sie mir weiter nach. Ich fuhr einfach weiter und es wurden weniger und weniger die mir folgten, bis nur noch drei übrig waren. Ein paar hundert Meter weiter drehte ich mich um und da war nur noch einer übrig. Ich hielt an und er sprang zu mir aufs Schneemobil, neben meine Füße und starrte mich einfach nur an. Ich startete das Schneemobil wieder und er sprang auf meine Beine. An diesem Punkt starrte ich zurück und sagte: „Ok, ab jetzt wird dein Name Lucky sein, denn heute ist Dein Glückstag.“ Seit diesem Moment sind wir unzertrennlich.“

Unzertrennlich sind die beiden in der Tat, denn Lucky ist immer bei Mojca, ob beim Skitourengehen, beim Telemarken und sogar beim Bergsteigen.

Mojca fühlt sich als Weltbürgerin – ihre Koffer sind stets gepackt und oft reist sie zurück in ihre Heimat Slowenien. Und sie bezeichnet sich selbst als eine Art “Universal Soldier”. Damit meint sie, dass sie viele verschiedene Dinge in verschiedenen Teilen der Welt tut.

Sie liebt den Winter wie den Sommer, erzählt uns aber, dass das Meer ihr nach zehn Tagen nichts mehr zu sagen hat. Deshalb hat sie das Leben in den Bergen gewählt, wo sie zu jeder Jahreszeit den spirituellen Kontakt zu Mutter Natur genießen kann – und „ihre“ Beschneiungsanlagen: „Wenn ich Ski fahre und an unseren Schneekanonen vorbeibrause, schlägt mein Herz ein bisschen schneller… bum, bum, bum.“