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2 März 2018IDM

Dem Holz die letzten Geheimnisse entlocken: Microtech übernimmt FinScan

Einen weiteren Schritt hin zu einer immer ausgefeilteren Technologie setzt das Brixner Unternehmen Microtec. Es übernimmt den finnischen Scannerhersteller FinScan, der den Markt vor allem mit automatischen Sortieranlagen für Sägewerke überzeugt hat.

Dem Holz auch die letzten Geheimnisse zu entlocken und dadurch die Arbeit in Sägewerken und der verarbeitenden Holzindustrie effizienter und besser zu gestalten: Das ist die Mission, der das Brixner Technologieunternehmen Mictrotec folgt und mit der man von Erfolg zu Erfolg eilt – stets getrieben davon, in einem traditionellen Sektor Platz für Innovation zu schaffen. Mit diesem Erfolgsrezpet hat man bereits rund 100 eigene Patente angemeldet, 99 Prozent des Umsatzes werden im Ausland erwirtschaftet, in der Kundenkartei finden sich so prominente Namen wie jener von Ikea.

Übernahme eines weiteren Scannerherstellers

In den vergangenen Tagen, genauer: am 22. Februar, hat Microtec einen weiteren wichtigen Schritt gesetzt und das operative Geschäft des finnischen Scannerhersteller FinScan Oy sowie dessen kanadische Tochter FinScan Inc. mit Sitz in British Columbia übernommen. FinScan ist nicht der erste nordische Scannerhersteller, der sich nun unter dem Dach von Mictrotec wiederfindet: bereits 2015 hatten die Brixner den schwedischen Holzscanner-Produzenten WoodEye übernommen.

„Wir freuen uns über das stetige Wachstum und die Stärkung unserer Marktposition“, so der Geschäftsführer von Microtec, Federico Giudiceandrea, zur Übernahme von FinScan. Er hat bereits angekündigt, dass FinScan als Marke auch nach der Übernahme weitergeführt werde. „Durch die Nutzung von Synergieeffekten sehen wir gute Chancen, in Zukunft gemeinsam zu wachsen und unsere Innovationsführerschaft zu stärken“, so Giudiceandrea, Gründer von Microtec und künftig auch Präsident des Verwaltungsrates von FinScan.

Scannerlösungen mit finnischem und Südtiroler Know-how

Mit finnischem Hightech und Südtiroler Know-how will man die Erfolgsgeschichte von FinScan auch unter neuer Führung fortschreiben. Das bestätigt Jyri Smagin, bis dato (und weiterhin) Geschäftsführer von FinScan Oy. „FinScan hat erfolgreiche Jahre hinter sich, hat treue Kunden und verfügt über ein klares Portfolio an ausgereiften Scannerlösungen“, so Smagin. „Vom Zusammenschluss mit Microtec erwarten wir uns einen weiteren Technologiefortschritt und Synergien, die uns erlauben, unsere Marktposition noch weiter auszubauen.“

FinScan stellt seit 1988 automatische Sortieranlagen für die holzverarbeitende Industrie her und gilt als feste Größe auf dem Markt. Das Unternehmen ist derzeit in nicht weniger als 20 Ländern aktiv, verfügt über 14 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Umsatz von rund sieben Millionen Euro jährlich.

Preis vom CERN und königliche Ehren

Das Brixner Hightech-Unternehmen Microtec gilt als Marktführer in der biometrischen Erfassung von Holz, mit der Sägewerken und der holzverarbeitenden Industrie Instrumente für ein effizientes und qualitativ hochstehendes Arbeiten an die Hand gegeben werden. Derzeit sind an drei Standorten 135 Mitarbeiter für Microtec im Einsatz, man exportiert in alle Welt und erzielt einen Jahresumsatz von 30 Millionen Euro.

Schon mit der Übernahme von WoodEye, einem schwedischen Unternehmen mit Sitz in Linköping und einem Umsatz von sechs Millionen Euro, hatte Microtec sein Portfolio im Scannerbereich erweitert. WoodEye gilt als führendes Unternehmen in der Optimierung der Produktion von Möbeln, Fenstern, Türen oder Parkett mit Hilfe von Software und optischer Bilderkennung.

Allerdings beschränkt sich Microtec nicht auf den Werkstoff Holz. Schon im vergangenen Herbst hatte das Unternehmen einen Wettbewerb am weltweit renommierten CERN in Genf für sich entschieden, bei dem es um die biometrische Erfassung von Lebensmitteln ging oder besser: um das Erkennen des besten Obstes. Das erfolgreiche System hat es auch schon zu königlichen Ehren gebracht: 2016 wurde Microtec der begehrte Wallenberg-Preis verliehen – von keinem Geringeren als dem schwedischen König Karl Gustav. 

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