Green

11 September 2018IDM

Gärtnern per GIS

Öffentliche Grünanlagen effizient und verantwortlich mittels GIS-Technologien zu verwalten, ermöglicht das Meraner Unternehmen R3 GIS. Im Rahmen eines internationalen Pilotprojektes macht es nun noch weitere technologische Sprünge

Kick-off für ein zukunftsweisendes Projekt von europäischem Rang und mit Südtiroler Wurzeln im NOI Techpark: „Urban Green“ ist das internationale Zusammenspiel von Unternehmen, Universitäten und öffentlichen Verwaltungen betitelt, das mit Mitteln des EU-Fondes LIFE gefördert wird. Das gemeinsame Ziel: ein intelligentes und integriertes System zur Verwaltung von urbanen Grünflächen zu testen und zu optimieren. Technologischer Hauptdarsteller ist dabei das Südtiroler Unternehmen R3 GIS. Das Team in Meran entwickelt seit 15 Jahren benutzerfreundliche Web-Lösungen zur Verwaltung raumbezogener Daten. Dazu gehören auch innovative Produkte, die auf Basis Geografischer Informationssysteme (GIS) eine effiziente Verwaltung von Grünanlagen ermöglichen, indem sie beispielssweise jederzeit eine aktuelle Übersicht über die Anzahl und Art der Bäume geben oder das Datum des nächsten Baumschnitts auf Knopfdruck ermitteln. 

Intelligente und effiziente Verwaltung von Grünflächen

Mit dem aktuellen dreijährigen Pilotprojekt in den beiden europäischen Städten Rimini und Krakau sowie der taiwanesischen Stadt Taipeh soll dieses Know-how gemeinsam mit den Projektpartnern weiter ausgebaut werden. „Wir schaffen eine innovative technologische Plattform, die uns vor allem ermöglichen wird, die Bedeutung der Grünflächen für das urbane Ökosystem zu quantifizieren und zu bewerten“, erklärt der Direktor von R3 GIS Paolo Viskanic. Das Pilotprojekt ist auf eine Dauer von drei Jahren angelegt. An seinem Ende sollen ein hochentwickeltes Bewässerungssystem und neue Instrumente für eine effiziente Verwaltung von öffentlichen Parkanlagen stehen. Neben dem Geographischen Informationssystem GIS sollen dabei Technologien der Fernerkundung und des Internets der Dinge sowie meteorologische Daten zum Einsatz kommen. Die digital erzielten Ergebnisse werden während der Dauer des Pilotprojektes laufend mit jenen des traditionellen Umweltmanagements verglichen werden, das bislang in vielen Stadtgärtnereien praktiziert wird. 

Internationales Pilotprojekt 

Bei der Auftaktveranstaltung in Bozen unterstrich Paolo Viskanic die Bedeutung öffentlichen Grüns. „In Europa leben rund vier von fünf Menschen in Städten und ihre Lebensqualität wird maßgeblich davon beeinflusst, wie viel Grünflächen sie umgeben.“ Die Vision von R3 GIS bestehe deshalb darin, Stadtverwaltungen eine möglichst effiziente und einfache Verwaltung dieser kostbaren Flächen zu ermöglichen. Zum Beispiel, indem die Grünflächen nur bewässert werden, wenn es notwendig ist oder wenn zeitgleich Krankheiten behandelt oder Schädlinge bekämpft werden. „Natürlich erkennt auch das Auge eines Gärtners, ob eine Pflanze gesund ist oder Grünflächen gegossen werden müssen“, sagt der R3 GIS-Direktor. Doch ein solches System erschließe vor allem bei der Verwaltung großer Flächen wie Naturparks oder der Grünflächen in Großstädten neue Dimensionen. 

Das Projekt „Urban Green“ kostet insgesamt 2,5 Millionen Euro. 60 Prozent der Kosten übernimmt die Europäische Union mit Mitteln aus dem LIFE-Programm. Unter den Projektpartnern finden sich neben R3 GIS die Universitäten von Mailand, Florenz und Taipeh, die Stadtwerke von Rimini und die Gemeindeverwaltungen von Krakau und Taipeh.