Kultur

16 August 2018IDM

Klappe auf! Film-Location Südtirol zieht weitere große Namen an

Zwölf neue Filme und Dokus mit 115 Drehtagen in der Region: Südtirols innovative Filmförderung trägt zu weiteren spannenden Filmprojekten bei – und wirft zusätzlich so einiges für das Land ab

Wenn es noch Belege für die internationale Attraktivität des Filmstandortes Südtirol bräuchte, liefert sie Til Schweiger in diesen ersten Augustwochen. Der deutsche Filmstar, Drehbuchautor und Regisseur nutzt die wunderbare landschaftliche Kulisse der Dolomiten und der Umgebung der Landeshauptstadt Bozen für das englische Remake seines Filmes „Honig im Kopf“ – mit Hollywood-Stars wie Nick Nolte und Matt Dillon. Es wird aber noch viele weitere interessante Produktionen im alpin-mediterranen Setting geben. Das zeigt auch das aktuell veröffentlichte Ergebnis der zweiten von drei Förderrunden im Jahr 2018.  Knapp 1,5 Millionen Euro investiert die Südtiroler Filmförderung diesmal in sieben italienische Projekte – fünf davon aus Südtirol – sowie drei Projekte aus Deutschland und zwei aus Österreich.

Zwei Oscar-Preisträger

Der zweite Call 2018 wird gleich zwei Oscar-Preisträger nach Südtirol bringen. Der österreichische Regisseur und Drehbuchautor Stefan Ruzowitzky, der für seinen Film „Die Fälscher“ 2008 den Oscar für den besten fremdsprachigen Film erhielt, wird sich in Sulden und Umgebung an eine filmische Adaption von Hermann Hesses Erzählung „Narziss und Goldmund“ machen. Der deutsche Filmemacher Pepe Danquart, für seinen Kurzfilm „Schwarzfahrer" mit dem begehrten US-Filmpreis geadelt, begibt sich für seinen aktuellen Dokumentarfilm „Vor mir der Süden“ auf die Spuren Pier Paolo Pasolinis. 

Mit den viel prämierten italienischen Schauspielern Elio Germano und Michela Cesconwird der aufstrebende Regisseur Marco Bonfanti bereits im Herbst 2018 im Etschtal und im Naturpark Trudner Horn seine Tragikomödie „L´Uomo senza Gravita“ drehen. In den Genuss der jüngsten Tranche der Filmförderung kommt auch einer der bekanntesten Südtiroler: Bergsteigerlegende Reinhold Messner setzt sein filmisches Schaffen mit dem Dokumentarfilmprojekt „Mord am Unmöglichen“ fort. Eine Bestandsaufnahme über die Entwicklung des Bergsteigens, die Messner anhand der symbolträchtigen Locations Mount Everest sowie der Klettersteige in den Dolomiten erzählen wird. 

Ein historisch und gesellschaftlich ausgesprochen relevantes Südtiroler Thema wird mit der Dokumentation „Südtirol 1919-2019: Zwei Volksgruppen, eine Geschichte – ein Modell für Europa?“ von der Wiener Langbein & Partner Media aufgegriffen. Der gesellschaftliche Umgang mit dem Down-Syndrom oder eine cineastische Reise in die Klanglandschaft der Alpen mit Idiomen, Liedern und Rufen von Bauern und Schäfern sind weitere spannende Themen von geförderten Dokus. 

Synergien mit lokalen Talenten

Für Südtirol selbst bringt die Filmförderung der IDM nicht nur einen Werbeeffekt, sondern auch einen finanziellen Vorteil. Mindestens 150 Prozent der Fördersumme müssen von den Filmschaffenden schließlich im Land investiert werden; oft liegt der Return auch weit höher. Beim aktuellen Call rechnet Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher in jedem Fall mit einem positiven Effekt auf die Wertschöpfung in Höhe von rund 3 Millionen Euro. Unter anderem auch durch Jobs für die vielen kleinen lokalen Unternehmen und Freischaffenden, die dem internationalen Filmbusiness zuarbeiten. „Wir arbeiten seit Jahren daran, Südtirol zu einer international führenden Film-Location zu machen – und die Ergebnisse der vergangenen Jahre beweisen, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, sagt die Verantwortliche von IDM Film Fund & Commission Birgit Oberkofler. Kreativ, berührend, abwechslungsreich – so beurteilt sie die aktuell ausgewählten Projekte. Besonders vielversprechend findet Oberkofler die Synergien zwischen großen internationalen Produktionen und jungen einheimischen Talenten.

Gelegenheiten dafür wird es in Zukunft immer mehr geben. Die Einreichfrist für die nächste und letzte Förderrunde 2018 endet am 19. September.