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13 November 2018IDM

5G-Carmen, die intelligente Autobahn von München nach Bologna

Umweltverschmutzung, Verkehr und Notfälle auf 600 Autobahnkilometern von Deutschland nach Italien – bei 5G-CARMEN werden diese Daten in Echtzeit registriert. Am Projekt rund um die „intelligente Autobahn“ sind u.a. die Universität Bozen, BMW, Nokia und T-Mobile beteiligt

Die nächste Ära der Mobilfunktechnologie verspricht auch im Bereich Mobilität Qualitätssprünge. Zum Beispiel mit Informationen in Echtzeit über Verkehrs- und Luftbelastung oder Notfälle, die durch das Ausschöpfen des digitalen Potenzials im Straßenverkehr möglich werden. Mit dem Projekt 5G-Carmen, der Kurzform für „5G for Connected and Automated Road Mobility in the European Union“, will man dieser Vision nun auf der wichtigen Nord-Süd-Verkehrsachse über den Brenner einen großen Schritt näher kommen: Dank 5G-Technologie wird der 600 Kilometer lange Korridor zwischen München und Bologna zur „intelligenten Autobahn“, auf der nicht nur Fahrzeuge, sondern auch große Mengen an Daten zirkulieren. 

Das dreijährige Pilotprojekt vereint unter Führung der Trentiner Fondazione Bruno Kessler (FBK) 25 Partner aus ganz Europa, von kleinen und mittleren Unternehmen über Industriebetriebe bis hin zu Forschungszentren. Mit dabei ist auch die Freie Universität Bozen (Unibz), die über die Fakultät für Informatik ihre Expertise in Sachen Softwareentwicklung einbringt. „Unsere Aufgabe ist es, die Analyse und Übertragung der Daten mittels Edge Computing zu optimieren“, erklärt der Unibz-Projektverantwortliche Claus Pahl in einer Aussendung. Durch die Verlagerung der Datenverarbeitung von den zentralen Knoten des Cloud Computing in ein kapillareres Netzwerk, so Pahl weiter, könne ihre Performance gesteigert werden, womit eine schnellere Kommunikation und Koordinierung zwischen Fahrzeugen und externen Informationsdiensten ermöglicht wird. 

Für das Projekt 5G-Carmen werden in einigen ausgewählten Abschnitten des Autobahnkorridors, der durch Deutschland, Österreich und Italien führt, und in den Grenzgebieten zwischen den Staaten unterschiedliche 5G-Technologien installiert und evaluiert. Diese nächste Generation in der Mobilfunktechnologie verspricht gegenüber dem gegenwärtigen 4G-Standard eine exponentielle Steigerung in der Geschwindigkeit und Qualität der Datenübertragung. Damit wird in der Mobilität das Tor für eine neue Generation von automatisierten und vernetzten Fahrzeugen und Infrastrukturen geöffnet. 

5G-Carmen hat ein Budget von 18,5 Millionen Euro: 14,9 Millionen stellt die Europäischen Union im Rahmen von Horizont 2020, dem Programm der Europäischen Union für Forschung und Innovation; den Rest finanzieren die Projektpartner aus der Industrie. Hauptverantwortlich für das Projekt, von dem man sich positive Auswirkungen in sozialer, umweltpolitischer und wirtschaftlicher Hinsicht erwartet, ist Roberto Riggio von der Forschungsgruppe WIN des Centro CREATE-NET der Fondazione Bruno Kessler. 

Tesla Supercharger am Brennerpass zwischen dem österreichischen Bundesland Tirol und der italienischen Provinz Bozen

Die industriellen Partner des Projektes sind: Brennerautobahn AG (Italien), BMW Group (Deutschland), Deutsche Telekom (Deutschland), FCA-CRF (Italien), INWIT (Italien), NEC (Deutschland), Nokia (Deutschland), Qualcomm (Deutschland), SWARCO (Italien), TIM (Italien), T-Mobile (Österreich). 

CommAgility (Großbritannien), CyberLens (Niederlande), DriveSec (Italien), Eight Bells (Zypern) und WINGS ICT Solutions (Griechenland) sind die beteiligten KMU.

Im Bereich Forschungszentren und Universitäten finden sich folgende Projektpartner: Fondazione Bruno Kessler (Italien), Associazione PIIU (Italien), CEA-LETI (Frankreich), CNIT (Italien), IMEC (Belgien), Freie Universität Bozen (Italien), Universitat Politècnica de Valencia (Spanien), Virtual Vehicle (Österreich) sowie High Tech Marketing (Österreich).